Bundesbank: Bauzinsen könnten bald wieder steigen

Bundesbank: Bauzinsen könnten bald wieder steigen

Eigenheimbauer, die sich derzeit für das Projekt „Eigene vier Wände“ entscheiden, profitieren von historisch niedrigen Bauzinsen. Doch diese könnten in den nächsten Jahren wieder merklich ansteigen. Darauf weist die Bundesbank hin.

Grundlage für die eher schlechte Prognose stellt eine Umfrage unter Banken in 125 deutschen Städten dar. Demnach seien Ende des Jahres 2012 die Bauzinsen für risikoreichere Bauvorhaben bereits moderat angehoben worden. Zudem berichtete das Handelsblatt, dass viele Geldinstitute die Richtlinien für die Vergabe von Baukrediten deutlich verschärfen wollen, der Zugang zu Finanzierungen könnte so erschwert werden. Bereits im ersten Quartal 2013 könnten einige Kunden abgelehnt werden, weil das Risiko für die Bank zu hoch oder schwer kalkulierbar ist. Dennoch warnt die Bundesbank vor übereilten Kreditabschlüssen und einer generellen Panik. So würden die Zinsen war sukzessive steigen, doch dieser Trend sei normal und würde in einer Normalisierung der Bauzinsen resultieren. Während Kreditnehmer vor 20 Jahren noch 8-10 Prozent Bauzinsen bezahlen mussten, sank dieser Wert zehn Jahre später bereits auf 5-6 Prozent; derzeit liegen die Zinsen für einen Baukredit um die 2 Prozent, wer sich diesen Wert über einen längeren Zeitraum festsetzen lässt, kann noch in zehn Jahren von dem Zinstief profitieren.

Experten raten zu hoher Tilgung

Insbesondere in den beliebten deutschen Metropolen Berlin, Hamburg und München sowie in den Ballungszentren steigen die Immobilienpreise aufgrund steigender Nachfrage weiter an. Auch dank der niedrigen Bauzinsen ist die Nachfrage nach Krediten hoch. Da sich die europäische Schuldenkrise jedoch langsam wieder entschärft und Investoren zunehmend Interesse an Anleihen auch aus südeuropäischen Ländern zeigen, wird sich diese Situation in den kommenden Jahren spürbar verändern. Doch bis zur Jahresmitte müssten Interessenten noch nicht mit stark ansteigenden Zinsen rechnen. Wer jetzt einen Immobilien- oder Baukredit abschließen möchte, sollte sich die Zinsen unbedingt festschreiben lassen. Mit einem Forward-Darlehen können sich Kunden außerdem vor hohen Zinsbelastungen schützen; hierbei kann der niedrige Satz für die Zukunft gesichert werden, für diese Zinsbindungsfrist wird ein Zinzaufschlag von durchschnittlich 0,74 Prozent fällig. Einmal abgeschlossen, besitzen Kredite mit niedrigen Bauzinsen einen weiteren Vorteil, sie ermöglichen eine schnellere Tilgung – Experten raten zu einer Tilgung von vier bis fünf Prozent, sodass die Entschuldung deutlich schneller voranschreitet.