DSGV-Analyse: Mehr Familien könnten sich Eigenheim leisten

 

Keine Angst mehr vor Mieterhöhungen oder der Kündigung wegen Eigenbedarfs. Viele Deutsche träumen vom Wohneigentum, einer stabilen Wertanlage, die als Altersvorsorge dient und an die nächste Generation weitergegeben werden kann. Doch besonders Familien mit wenig Einkommen müssen diese Hoffnung früher oder später begraben, eine Finanzierung ist schlicht nicht möglich.

Wenig Einkommen schließt in der Regel den Bau oder Kauf eines Eigenheims aus, denn die monatlichen Raten würden eine zu hohe Belastung darstellen. Eine aktuelle Analyse des Deutschen Sparkassen- und Giroverbandes (DSGV) zeigt nun das Gegenteil. Demnach kann auch geringes Einkommen für eine Baufinanzierung genutzt werden, die Belastungen durch Kreditraten seien nur geringfügig höher als die Mietzahlungen. Grundlage der Untersuchungen bildete die Einkommens- und Verbrauchsstichprobe (EVS) des Statistischen Bundesamts aus dem Jahr 2008. Im Rahmen der Studie mussten 55.000 deutsche Haushalte über einen bestimmten Zeitraum ein Haushaltsbuch führen, um das zur Verfügung stehende Budget zu ermitteln. Aus diesen Daten erstellte die Gesellschaft für Hauswirtschaft (DGH) 84 Idealtypen, auf einer neu eingerichteten Internetseite der Sparkassen können Verbraucher nun Referenzbudgets einsehen, um ihre eigene finanzielle Situation besser einschätzen zu können. Den Beobachtungen des DSGV zufolge bilden die Kosten fürs Wohnen den größten Posten im Budget, danach folgen Ausgaben für Ernährung und Mobilität. Sparkassenpräsident Georg Fahrenschon weiß: Wird die monatliche Kreditbelastung an das Einkommen angepasst und eine Finanzierung mit langen Laufzeiten gewählt, könne das Eigenheim auch mit einem geringen Verdienst realisiert werden. Anders sieht er die Situation für Familien mit höherem Einkommen. Hier liegt die monatliche Belastung der Finanzierung deutlich höher als Mietzahlungen bei Familien mit vergleichbaren Einkommen.

Besser vergleichen mit neuem Beratungsangebot der Sparkassen

Im Rahmen der Studie ist auch ein neues Beratungsangebot entstanden, das Familien mit Eigenheimwunsch helfen soll, die finanzielle Situation besser einzuschätzen zu können und wenn nötig, Anpassungen im Lebensstil vorzunehmen. Auf der Internetseite des Sparkassenberatungsdienstes „Geld und Haushalt“ können verschiedene Referenzbudgets eingesehen werden. Welches Einkommen haben andere Familien zur Verfügung? Welche Ausgaben für Wohnen, Mobilität und Ernährung haben andere Familien? Ist eine Finanzierung von Wohneigentum realistisch? Künftig soll das Angebot auch Verbraucher- und Schuldnerberatungsstellen zur Verfügung gestellt werden. Anlässlich der Vorstellung des Beratungsangebots forderte Fahrenschon die Politik auf, die Anschaffung von Wohneigentum noch stärker zu fördern. So könne etwa die Neuauflage der Eigenheimzulage noch mehr Familien dazu bewegen, sich für den Kauf einer Immobilie zu entscheiden. Doch das Beratungsangebot hat auch Nachteile. So wurden keine regionalen Unterschiede berücksichtigt, außerdem dürfte die Aktualität bald nicht mehr gegeben sein, denn sowohl Miet- als auch Kaufpreise für Immobilien steigen stetig.

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