Immobilienpreis-Index: Wohneigentum wird teurer

 

Wer fürs Alter vorsorgen möchte, muss immer mehr Kapital aufbringen, besonders in den Metropolen sind Immobilien aller Art beliebt. Ein weiterer Teuerungsfaktor sind steigende Bauzinsen, die das Eigenheim für so manchen in unerreichbare Ferne rücken lassen.

Laut dem aktuellen Immobilienpreis-Index des Verbandes deutscher Pfandbriefbanken (vdp) sind die Immobilienpreise im Vergleich zum Vorjahr angestiegen. Im ersten Quartal dieses Jahres verzeichnet die Interessensvertretung bereits einen Anstieg von 3,4 Prozent im Vergleich zu 2012. Eigentumswohnungen sind von den Preissteigerungen am deutlichsten betroffen, ihre Preise stiegen um 5,6 Prozent an. Bei Mehrfamilienhäusern lag der Preisanstieg bei 3,7 Prozent. Am wenigsten wirkte sich die große Nachfrage auf den Kaufpreis von Ein- und Zweifamilienhäusern aus, sie verteuerten sich lediglich um 2,5 Prozent im Vergleich zum Jahr 2012. Grundlage der Zahlen bildet der Kapitalwertindex, der sich aus den Mieten sowie den sogenannten Liegenschaftszinsen berechnet. Die Liegenschaftszinsen werden zur Wertermittlung einer Immobilie herangezogen; sie ergeben sich aus dem Reinertrag, den eine Immobilie im Jahr abwirft. Auch andere Faktoren, die sich auf den Kaufpreis einer Immobilie auswirken, wurden ermittelt, etwa Alter oder Standort der Immobilie. Die steigenden Preise lassen sich mit mehreren Ursachen erklären. So ist die wirtschaftliche Lage in Deutschland, im Gegensatz zu anderen europäischen Ländern, äußerst stabil, auch die Einkommenssituation vieler Deutschen lässt den Kauf eines Eigenheims zu. Betongold ist nach einem Jahrzehnt, in dem nur wenig gebaut wurde, wieder zu einer ernstzunehmenden Altersvorsorge geworden. Die Trendwende in den letzten beiden Jahren ist sicher auch den kleinen Bauzinsen zu verdanken.

Erste Baufinanzierer heben Zinsen an

Doch der neuerliche Immobilienboom könnte bald einen Einbruch erleben, denn neben den Kaufpreisen wird sich auch so manche Baufinanzierung verteuern. Erste Baufinanzierer haben ihre Zinsen bereits angehoben. Eine der ersten war die ING-DiBa, die die Basiszinssätze in zwei Schritten angepasst hat. Die erste Anhebung war bereits zum 7.6.2013 wirksam geworden, sie betrifft Baufinanzierungen ab einem Kreditvolumen von 200.000 Euro, die Bauzinsen wurden um 0,08 Prozentpunkte angehoben. In einem weiteren Schritt werden die Zinsen erneut um 0,07 Prozentpunkte angehoben. Zum 12.6.2013 wurden auch Finanzierungen mit einem Volumen von 50.000-100.000 teurer, hier stieg der Basiszinssatz um 0,25 Prozentpunkte, für Finanzierungen zwischen 100.000-200.000 ergibt sich eine Verteuerung um 0,20 Prozentpunkte. In den kommenden Monaten rechnet die Branche mit weiteren – jedoch noch sehr moderaten – Anhebungen der Bauzinsen. Dass diese langsam angehoben werden müssen, ist mit einer höheren Rendite von langfristigen Anleihen (z.B. Bundesanleihen) zu erklären, diese stellen die wichtigste Refinanzierungsquelle für Baufinanzierungen dar. Da Geldhäuser ihr Kapital lieber in risikoarme Anleihen investieren als in Baukredite, könnten die Bauzinsen bald weiter steigen.